Die ersten beiden Wärmenetze
Rehna-Süd "Schulgelände"
Das Schulgelände Rehna-Süd umfasst im Wesentlichen die Grundschule, die Käthe-Kollwitz-Regionalschule, ein Wohngebäude der WGR Wohngesellschaft Radegasttal sowie die Sporthalle. Ergänzt wird das Ensemble künftig durch den neu geplanten Hort.
Während die Sporthalle und der geplante Hort moderne Gebäude mit niedrigem Energiebedarf sind und daher vorrangig durch Wärmepumpen beheizt werden sollen, stellt sich die Situation bei den übrigen Gebäuden anders dar. Die beiden Schulgebäude sowie das Wohnhaus stammen größtenteils aus den 1990er Jahren und weisen einen deutlich niedrigeren energetischen Standard auf. Diese Bauweise erfordert im Winter hohe Vorlauftemperaturen und große Wärmemengen, die sich ohne vorherige Sanierung nicht effizient mit Wärmepumpen bereitstellen lassen.
Die Amtsverwaltung Rehna bemüht sich derzeit, Fördermittel für die energetische Sanierung der Käthe-Kollwitz-Regionalschule einzuwerben. Je nach erreichbarem Energiestandard wird zu prüfen sein, ob eine Versorgung über eine Wärmepumpe oder die Einbindung in ein Wärmenetz langfristig die wirtschaftlichere Lösung darstellt.
Für die unsanierte Grundschule hingegen erscheint eine Wärmeversorgung über eine Hackschnitzelheizung derzeit als die wirtschaftlich und technisch sinnvollere Variante im Vergleich zum Einsatz einer Wärmepumpe.
- Geplantes Wärmenetz auf dem Schulgelände
- Geplante Wärmeleitungen
Was bedeutet das für mich als Bürger:in im neuen Wärmenetz?
Der Anschluss an das Wärmenetz bietet vor allem Verlässlichkeit, Preisstabilität und Planungssicherheit. Dank der Unabhängigkeit vom weltweiten Energiemarkt lässt es sich besser für die Zukunft planen.
Wenn Sie an das Wärmenetz angeschlossen werden, entfallen sowohl für die Wohngebäude als auch für den Wohnblock die Abgaben für das ausgestoßene CO2.
Beim Heizen eines Gebäudes mit fossilen Brennstoffen hängt der Wärmepreis maßgeblich von der Art des eingesetzten Brennstoffs ab. Da die Kosten zunehmend durch die CO₂-Bepreisung beeinflusst werden, spielt der jeweilige CO₂-Emissionswert eine entscheidende Rolle. Je höher dieser Wert ist, desto stärker wirken sich die CO₂-Kosten auf den Endpreis aus.
Die durchschnittlichen CO₂-Emissionswerte der gängigen fossilen Brennstoffe sind im Folgenden dargestellt:
Holz: 27 g/kWh (Holz – trocken)
Erdgas: 201 g/kWh
Flüssiggas: 239 g/kWh
Heizöl: 266 g/kWh (leichtes Heizöl)
Kohle: 383 g/kWh (Braunkohle)
Quelle: Informationsblatt CO2-Faktoren – Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Alle Angaben verstehen sich bezogen auf den Heizwert.
Für einen Wohnblock wie den in der Ernst-Thälmann-Str. 6a-d mit 28 Wohneinheiten bedeutet das, dass jährlich 2.261 € durch einen Umstieg von Erdgas auf einen CO2-neutralen Brennstoff an CO2-Abgaben eingespart werden können.
Hinweis: Dies ist eine überschlägige Berechnung auf Basis CO2-Preis 55 €/t, Stand 2025.
Schon Gewusst?
Preisbewusst regional versorgt
Eine zukunftssichere Wärmeversorgung braucht vor allem zwei Dinge: stabile Preise und verlässliche Rohstoffe. Biomasseheizwerke mit Hackschnitzeln erfüllen genau diese Anforderungen. Während fossile Energieträger immer stärkeren Preisschwankungen und geopolitischen Risiken unterliegen, bleiben Hackschnitzel aus regionaler Herkunft dauerhaft verfügbar und weitgehend unabhängig vom Weltmarkt. Die stabile Kostenstruktur schafft Planungssicherheit – für Kommunen, Unternehmen und private Betreiber gleichermaßen. Aus dieser Verlässlichkeit erwächst mehr als nur Wärme: Sie bedeutet Unabhängigkeit, Stärkung der regionalen Wirtschaft und Klimaschutz.
Die Grafik zeigt die Preisentwicklung von Holzhackschnitzeln, Holzpellets, Heizöl und Erdgas seit 2016. Während die Preise für Heizöl und Erdgas (rote und gelbe Linie) deutlichen Schwankungen unterliegen und stark auf die Entwicklungen der Weltmärkte reagieren, zeigen sich bei Holzhackschnitzeln (blaue Linie) vergleichsweise stabile Preise.
Das liegt daran, dass Holzhackschnitzel ein regional verfügbarer, nachwachsender Rohstoff sind und somit weitgehend unabhängig von globalen Krisen und internationalen Energiepreisschwankungen. Holzpellets (grüne Linie) liegen preislich zwischen fossilen Brennstoffen und Holzhackschnitzeln, weisen jedoch ebenfalls eine stärkere Marktanbindung auf.
Quelle: www.carmen-ev.de/service/marktueberblick-erneuerbare-energien/marktpreise-energieholz/marktpreisvergleich/
Rohstoff mit den klaren Vorteilen
Holzhackschnitzel sind ein idealer Rohstoff für eine nachhaltige Energieversorgung. Sie entstehen direkt aus Rest- und Schwachholz der Forstwirtschaft, sind regional nahezu verfügbar und benötigen in der Herstellung deutlich weniger Energie als Pellets. Damit sind sie nicht nur besonders klimafreundlich, sondern auch kostengünstig. Kurze Transportwege sichern die Versorgung zusätzlich ab und machen Hackschnitzel zu einer wirtschaftlichen und ökologischen Alternative, die eine hohe Unabhängigkeit bietet.
Heizzentrale Schulgelände
Wie wird die Heizzentrale konzipiert?
Als Ausfallreserve und zur Abdeckung deren Spitzenlasten im Winter (etwa 2 bis 5 % der Jährlichen Wärmeproduktion) sollen die bestehenden und noch funktionstüchtigen Gaskessel eingesetzt werden.
Heizzentrale Außenansicht
Geplante Lage der Heizzentrale auf dem Schulgelände
Heizzentrale Innenansicht