Die ersten beiden Wärmenetze
Rehna-Süd "Wohnquartier"
Im Rahmen des kommunalen Energiekonzepts plant die Stadt Rehna den schrittweisen Aufbau mehrerer Wärmenetze, um eine nachhaltige, wirtschaftliche und zukunftssichere Wärmeversorgung zu schaffen. Ziel ist es, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen und lokale, erneuerbare Energiequellen bestmöglich zu nutzen.
Ein zentraler Baustein dieses Vorhabens sind die ersten beiden Wärmenetze, die in unterschiedlichen Quartieren entstehen sollen. Eines davon ist das Wohngebiet Rehna Süd.
- Geplantes Wärmenetz im Wohnquartier
- Geplante Wärmeleitungen
Was bedeutet das für mich als Bürger:in im neuen Wärmenetz?
Der Anschluss an das Wärmenetz bietet vor allem Verlässlichkeit, Preisstabilität und Planungssicherheit. Dank der Unabhängigkeit vom weltweiten Energiemarkt lässt es sich besser für die Zukunft planen.
Wenn Sie an das Wärmenetz angeschlossen werden, entfallen sowohl für die Wohngebäude als auch für den Wohnblock die Abgaben für das ausgestoßene CO2.
Beim Heizen eines Gebäudes mit fossilen Brennstoffen hängt der Wärmepreis maßgeblich von der Art des eingesetzten Brennstoffs ab. Da die Kosten zunehmend durch die CO₂-Bepreisung beeinflusst werden, spielt der jeweilige CO₂-Emissionswert eine entscheidende Rolle. Je höher dieser Wert ist, desto stärker wirken sich die CO₂-Kosten auf den Endpreis aus.
Die durchschnittlichen CO₂-Emissionswerte der gängigen fossilen Brennstoffe sind im Folgenden dargestellt:
Holz: 27 g/kWh (Holz – trocken)
Erdgas: 201 g/kWh
Flüssiggas: 239 g/kWh
Heizöl: 266 g/kWh (leichtes Heizöl)
Kohle: 383 g/kWh (Braunkohle)
Quelle: Informationsblatt CO2-Faktoren – Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Alle Angaben verstehen sich bezogen auf den Heizwert.
Für einen Wohnblock wie den in der Ernst-Thälmann-Str. 6a-d mit 28 Wohneinheiten bedeutet das, dass jährlich 2.261 € durch einen Umstieg von Erdgas auf einen CO2-neutralen Brennstoff an CO2-Abgaben eingespart werden können.
Hinweis: Dies ist eine überschlägige Berechnung auf Basis CO2-Preis 55 €/t, Stand 2025.
Zeitplan Rehna-Süd Wohnquartier
Wann passiert was?
Die Planung und Realisierung des Wärmenetzes ist ein fortlaufender Prozess, in dem viele Faktoren zusammenspielen müssen – von der technischen Planung über Entscheidungen bis hin zur Finanzierung. Dadurch kann es sein, dass der Zeitplan im Laufe der Entwicklung immer wieder angepasst wird.
Entwicklung der Wärmeversorgung
Genehmigungs-planung
Ausschreibung Wärmeversorgung
Fördermittel-management
Ausführungs-planung & Bau
Inbetriebnahme
Schon Gewusst?
Preisbewusst regional versorgt
Eine zukunftssichere Wärmeversorgung braucht vor allem zwei Dinge: stabile Preise und verlässliche Rohstoffe. Biomasseheizwerke mit Hackschnitzeln erfüllen genau diese Anforderungen. Während fossile Energieträger immer stärkeren Preisschwankungen und geopolitischen Risiken unterliegen, bleiben Hackschnitzel aus regionaler Herkunft dauerhaft verfügbar und weitgehend unabhängig vom Weltmarkt. Die stabile Kostenstruktur schafft Planungssicherheit – für Kommunen, Unternehmen und private Betreiber gleichermaßen. Aus dieser Verlässlichkeit erwächst mehr als nur Wärme: Sie bedeutet Unabhängigkeit, Stärkung der regionalen Wirtschaft und Klimaschutz.
Die Grafik zeigt die Preisentwicklung von Holzhackschnitzeln, Holzpellets, Heizöl und Erdgas seit 2016. Während die Preise für Heizöl und Erdgas (rote und gelbe Linie) deutlichen Schwankungen unterliegen und stark auf die Entwicklungen der Weltmärkte reagieren, zeigen sich bei Holzhackschnitzeln (blaue Linie) vergleichsweise stabile Preise.
Das liegt daran, dass Holzhackschnitzel ein regional verfügbarer, nachwachsender Rohstoff sind und somit weitgehend unabhängig von globalen Krisen und internationalen Energiepreisschwankungen. Holzpellets (grüne Linie) liegen preislich zwischen fossilen Brennstoffen und Holzhackschnitzeln, weisen jedoch ebenfalls eine stärkere Marktanbindung auf.
Quelle: www.carmen-ev.de/service/marktueberblick-erneuerbare-energien/marktpreise-energieholz/marktpreisvergleich/
Rohstoff mit den klaren Vorteilen
Holzhackschnitzel sind ein idealer Rohstoff für eine nachhaltige Energieversorgung. Sie entstehen direkt aus Rest- und Schwachholz der Forstwirtschaft, sind regional nahezu verfügbar und benötigen in der Herstellung deutlich weniger Energie als Pellets. Damit sind sie nicht nur besonders klimafreundlich, sondern auch kostengünstig. Kurze Transportwege sichern die Versorgung zusätzlich ab und machen Hackschnitzel zu einer wirtschaftlichen und ökologischen Alternative, die eine hohe Unabhängigkeit bietet.
Heizzentrale Wohnquartier
Das Herz der Wärmeversorgung im Quartier
Die Heizzentrale bildet das Herz der Wärmeversorgung und sorgt für eine effiziente, verlässliche und nachhaltige Bereitstellung der benötigten Wärme im Quartier.
Das Gebäude ist so geplant, dass nur ein Teil unterirdisch gebaut werden muss. Im Tiefbau befinden sich der Brennstoffbunker und die Fördertechnik, die in wasserundurchlässigem Beton ausgeführt werden. Die übrige Technik – einschließlich der Heizkessel und eines modernen Elektrofilters für saubere Abluft – wird oberirdisch installiert.
Diese Bauweise hat mehrere Vorteile: Sie reduziert die Baukosten, erleichtert Wartung und Betrieb und verringert das Risiko von Feuchtigkeitsschäden. Zudem bleibt die Anlage flexibel erweiterbar und architektonisch ansprechend in die Umgebung integrierbar.
Das Gebäude selbst wird als Mauerwerksbau aus Leichtbeton mit einer Holzverschalung errichtet und fügt sich harmonisch in das Umfeld ein. Die Befüllung mit Hackschnitzeln erfolgt vollautomatisch durch den Lieferanten – ohne zusätzlichen Personalaufwand vor Ort. Über einen hydraulischen Schubboden und Förderschnecken gelangt das Brennmaterial bedarfsgerecht in den Brennraum, wo es in Wärme umgewandelt wird. Die Fördertechnik ist so ausgelegt, dass sie auch mit den in der Region üblichen, teils größeren Hackschnitzeln problemlos umgehen kann.
Für besonders kalte Wintertage und als Ausfallreserve bleiben die bestehenden, funktionstüchtigen Gaskessel erhalten. Sie decken rund 2 bis 5 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs ab und sichern so eine zuverlässige Versorgung – auch dann, wenn die Hauptanlage einmal pausieren muss.
Heizzentrale Außenansicht
Geplante Lage der Heizzentrale
Heizzentrale Innenansicht
Wärmenetz Rohrverlegung