Gut zu wissen

Häufige Fragen und Antworten

Hier haben wir Ihre häufigsten Fragen beantwortet. Sie haben auf eine ganz spezielle Frage keine Antwort gefunden? Schreiben Sie uns gerne!

Allgemeines

Worum geht es überhaupt?

Kommunale Wärmeplanung bedeutet, dass Gemeinden schauen, wie die Wärmeversorgung in den nächsten 10 bis 20 Jahren organisiert werden kann – sinnvoll, klimafreundlich und bezahlbar. Die Wärmeplanung schafft dafür zunächst einen planerischen Rahmen: Der Ist-Stand wird analysiert, Pläne der Kommune, Perspektiven und Möglichkeiten ausgelotet. Letztlich entsteht eine Orientierung für die Kommunen – die sie für weitere Maßnahmen nutzen können.

Weil Heizen in Zukunft teurer werden könnte, wenn wir heute nicht planen. Es geht nicht um Vorschriften, sondern um clevere Lösungen für unsere Region. Die Wärmeplanung soll Gemeinden helfen, vorbereitet zu sein. Und den Menschen in der Region Orientierung bieten: Kann ich zentrale Lösungen nutzen oder muss ich mich selbst um die eigene Wärmeversorgung kümmern?

Nein – die Gemeinde oder Stadt selbst ist verantwortlich. Und: Bürgerinnen und Bürger können mitreden. In Akteursbeteiligungen werden die lokalen und regionalen Beteiligten einbezogen, ihre Sichtweise, ihre Bedarfe gehört und wo immer möglich berücksichtigt.

Wärmeerzeugung macht ein Drittel der CO₂-Emissionen aus. Je effizienter wir also Wärme erzeugen und nutzen, umso besser ist das für´s Klima und – nicht zuletzt auch für die Heizkosten.

Niemand wird gezwungen, seine funktionierende Heizung sofort auszutauschen. Es geht um Perspektiven – für heute, aber vor allem morgen und übermorgen. Dieser Planungsprozess legt ohnehin nicht fest, was die Gemeinde davon letztlich umsetzt. Sie zeigt Möglichkeiten auf. Welche davon genutzt werden, entscheidet die Kommunalpolitik. Dort sollten sich alle auch einbringen, wenn sie Anregungen zur Umsetzung der Maßnahmen haben: Jede Gemeindevertretung hat auf ihren Sitzungen eine Bürgerfragestunde. Oder man spricht Menschen aus der Gemeindevertretung direkt an.

Nein. Die Wärmeplanung macht Vorschläge – keine Gesetze.

Dann bleiben die Maßnahmen bestehen – die Planung schaut in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heißt: Die Gemeindevertretung wird sich mit den Ergebnissen aus dieser Planung beschäftigen und entscheiden, welche Maßnahmen davon künftig umgesetzt werden sollen. Davon kann jeder profitieren – muss es aber nicht.

Nichts. Aber es ist vielleicht eine verpasste Chance auf Förderung oder niedrigere Heizkosten. Mit einer Wärmeplanung schaffen viele Kommunen auch einen Förderrahmen für notwendige Anpassungsmaßnahmen. Die könnten dann möglicherweise nicht genutzt werden.

Die Idee ist EU-weit verbreitet, aber das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung kommt aus Deutschland.

Weil fossile Brennstoffe teurer und knapper werden. Spätestens seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine und dessen Folgen wissen wir alle, was das bedeutet. Wer vorbereitet ist, hat Vorteile.

Nein. Niemand muss sofort handeln. Die Wärmeplanung zeigt Wege auf, die in den nächsten Jahren sinnvoll sind. Funktionierende Heizungen dürfen weiterlaufen. Es geht um Orientierung für die Zukunft.

Kosten und Bezahlbarkeit

Gibt es Förderungen oder Zuschüsse?

Bund und Länder unterstützen die Umstellung auf klimafreundliche Heizungen mit Fördergeldern und Zuschüssen. Je nach Einkommen und Technik können diese sehr hoch ausfallen.

Dann gibt es Hilfen. Förderprogramme sind genau dafür gedacht, einkommensschwächere Haushalte zu entlasten.

Die Gemeinde selbst fördert in der Regel keine einzelnen Heizungen. Aber sie organisiert die Infrastruktur – zum Beispiel Wärmenetze. Für private Investitionen sind staatliche Programme zuständig.

Langfristig könnten Heizungen mit Öl oder Gas teurer werden oder strengere Vorgaben erhalten. Wer rechtzeitig umstellt, ist auf der sicheren Seite. Sofortiger Handlungsdruck besteht aber nicht.

Ein modernes Heizsystem steigert den Wert einer Immobilie. Alte Heizungen können den Wert senken, weil Käufer oder Mieter mit höheren Energiekosten rechnen müssen.

In erster Linie müssen Vermieter aktiv werden: Sie kümmern sich um die Heizungsanlage, Mieter profitieren von niedrigeren Heizkosten.

Ja. Förderprogramme berücksichtigen Einkommen, Alter oder besondere Lebenssituationen. Ziel ist, niemanden zu überfordern.

Nein. Neue Heizungen dürfen viele Jahre weiterlaufen. Erst später, wenn ohnehin ein Austausch ansteht, wird eine Umstellung sinnvoll. Die Investition ist also nicht verloren.

Die Wärmeplanung denkt in Zeiträumen von 10 bis 20 Jahren. Nichts ändert sich von heute auf morgen. Für jedes Wärmenetz wird ein langfristig angelegter Zeitplan erstellt.

Nein. Niemand soll in finanzielle Not geraten. Deshalb gibt es Förderungen, lange Übergangszeiten und unterschiedliche technische Wege.

Die Wärmewende soll vor allem den Menschen in der Region zugutekommen: mit stabilen Preisen, weniger Abhängigkeit von Öl und Gas und mehr Wertschöpfung vor Ort. Dass Unternehmen mitarbeiten, ist normal. Entscheidend ist, dass die Region am Ende profitiert.

Versorgungssicherheit und Technik

Kann die neue Technik mit alten Häusern überhaupt umgehen?

Ja. Auch ältere Gebäude können an moderne Systeme angeschlossen werden. Manchmal sind kleinere Anpassungen sinnvoll, aber grundsätzlich gibt es für jedes Haus Lösungen.

Genau deshalb wird frühzeitig geplant. So kann die Gemeinde rechtzeitig Kapazitäten einplanen und mit Handwerkern zusammenarbeiten. Außerdem gibt es Förderprogramme, die Fachkräfte in der Region stärken sollen.

Die Nachfrage ist hoch, aber die Produktion läuft auf Hochtouren. Zudem sind Wärmenetze oder andere Systeme Alternativen. Ziel der Wärmeplanung ist es, genau solche Engpässe vorherzusehen und passende Lösungen bereitzustellen.

Die Umstellung geschieht nicht von heute auf morgen. Es wird ein Zeitplan erarbeitet,  der schrittweise umgesetzt wird – oft über viele Jahre hinweg. So haben alle genug Zeit, sich vorzubereiten. Für die zwei Wärmenetze in Rehna-Süd gibt es bereits entsprechende Zeitpläne.

Ja. Der Ausbau von Netzen und erneuerbaren Energien gehört zur Planung dazu. Die Wärmewende wird mit der Stromwende zusammengedacht, damit genug Kapazität da ist.

Dann werden dezentrale Lösungen geprüft – etwa individuelle Wärmepumpen, Biomasse oder kleine Nahwärmenetze. Die Wärmeplanung berücksichtigt auch abgelegene Häuser.

Alle Technologien sind vielfach erprobt und werden ständig weiterentwickelt. Natürlich gibt es wie bei jeder Technik Punkte, die man beachten muss. Aber die Systeme sind so geplant, dass sie sicher und zuverlässig laufen.

Eine gute Dämmung spart immer Energie und Kosten. Für manche Systeme ist sie besonders hilfreich, zwingend nötig ist sie aber nicht immer. Ob eine Dämmung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Haus ab.

Das ist kein Problem. Fachfirmen übernehmen Einbau, Anschluss und Wartung. Niemand muss selbst Hand anlegen, wenn er nicht möchte oder kann.

Ein generelles Verbot ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Es gibt aber Regeln für den Betrieb, damit Emissionen begrenzt bleiben. Wer einen modernen Ofen nutzt, kann ihn in der Regel auch weiterhin betreiben.

Planung, Beteiligung & Vertrauen

Wurde die Bevölkerung vorher gefragt – oder kommt alles von oben?

Nein, es kommt nicht „von oben“. Die Wärmeplanung lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden – daher sind diverse Beteiligungsformate geplant.

Im Laufe der Planung entstehen Karten und Konzepte, aus denen hervorgeht, welche Gebiete an Netze angeschlossen werden könnten und wo andere Lösungen sinnvoll sind. Diese Infos werden öffentlich zugänglich gemacht.

Ja. Jede Planung ist lokal zugeschnitten. Sie berücksichtigt die Struktur der Region – von Dörfern bis zu Städten – und sucht Lösungen, die hier passen.

Nein. Jede Gemeinde entwickelt ein eigenes Konzept. Unterschiede gibt es nur, weil die Ausgangslagen verschieden sind – zum Beispiel durch vorhandene Netze oder Gebäude.

Die Planung arbeitet mit allgemeinen Daten, etwa zu Gebäuden oder Energieverbräuchen. Persönliche Daten einzelner Haushalte werden nicht veröffentlicht. Die Privatsphäre bleibt geschützt.

Nein. Es gibt keine Pflichtbesuche oder Kontrollen. Die Planung basiert auf statistischen Daten und öffentlichen Informationen.

Die Ergebnisse werden öffentlich vorgestellt und diskutiert. Bürgerinnen und Bürger können Fragen stellen, Gemeinden müssen Rechenschaft ablegen. So ist jederzeit nachvollziehbar, wie Entscheidungen getroffen wurden.