Aktueller Planungsstand
Vorreiterrolle im Landkreis
Bereits 2017 nahm Rehna eine Vorreiterrolle ein und gehörte zu den ersten Städten im Landkreis, die mit einer eigenen Klimaschutzinitiative starteten. Mit der Erarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzepts wurde früh auf eine zukunftsorientierte Strategie gesetzt, die Energie- und Treibhausgasbilanzen ebenso wie Entwicklungspotenziale in den Blick nimmt. Gemeinsam mit lokalen Akteuren werden seitdem Schritt für Schritt konkrete Maßnahmen realisiert – darunter seit 2021 die Planung eines Wärmenetzes im Süden Rehnas.
Erste Schritte zum Klimaschutz
Ausgelöst durch Heiko Boje als Klimaschschutzverantwortlicher des Landkreises, startet Rehna als eine der ersten Städte in der Region mit einer aktiven Klimaschutzpolitik.
Beantragung Förderung Klimaschutzkonzept
Mit Unterstützung des Landkreises erarbeitet
das Amt Rehna die umfangreichen Fördermittlanträge
des Umweltbundesamtes.
Die Stadtvertreter Rehnas beschließen, die
notwendigen Eigenmittel aufzubringen.
Die Strategie für Rehna
Die Arbeitsgruppe Klimaschutz wird gegründet. Rehna erarbeit mit der Trigenius und der Hochschule Wismar eine Klimaschutzstrategie mit vielen zukünftigen Maßnahmen.
Antrag Klimaschutzmanager
Rehna und Gadebusch beantrage gemeinsam
die Förderung eines Klimaschutzmanagers
beim Bundesumweltministerium.
Der gemeinsame Klimaschutzverein
wird mit starken Partnern aus der Region
vorbereitet und soll helfen, die
vielen Maßnahmen und Projekte aus
dem Klimaschutzkonzept umzusetzen.
Startschuss für die Umsetzung
Die Bewilligung der Fördermittel für
den Klimaschutzmanager ist nach
fast einem Jahr Beantragungszeit
endlich da! - wir können starten!
Der Klimaschutzverein ist gegründet
und arbeitet an der Realisierung
der ersten Projekte.
Rehna entwickelt ein Konzept für ein
Grünes Gewerbegebiet.
Umsetzung Quartierskonzept
Die Stadt Rehna beantragt ein Quartierskonzept zur energetischen Stadtsanierung für das Wohnquartier und das Schulgelände in Rehna-Süd und setzt es um.
Planung des Wärmenetzes
Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für ein Wärmenetz im Wohnquartier und auf dem Schulgelände in Rehna-Süd wird erarbeitet.
Umsetzungsstrategie Wärmenetze
Die Umsetzungsstrategie für den Bau und Betrieb der Wärmenetze – eins für das Wohnquartier und eins für das Schulgelände – wird erarbeitet.
Voruntersuchungen abgeschlossen
Mit dem Abschluss der Voruntersuchungen liegt nun eine Entscheidungsgrundlage vor, welche Areale sich für eine leitungsgebundene Wärmeversorgung (in der Karte orange und rot markiert) eignen und wo ein dezentraler Ansatz (in der Karte blau markiert) zur Wärmeversorgung die sinnvollere Lösung ist.
Eine zentrale Wärmeversorgung ist eher für dicht bebaute Gebiete mit vielen Abnehmern geeignet. Denn je weiter Häuser und Grundstücke auseinanderliegen, umso größer sind die Wärmeverluste in den Leitungen.
Das heißt: In Gebieten mit dichter Besiedelung bieten Wärmenetze deutliche Vorteile. Bei weitläufiger Besiedelung sind gut geplante, individuelle Versorgungskonzepte die wirtschaftlich bessere Lösung.
- Netzgebunden: Geplante Wärmenetze in Rehna-Süd
- Netzgebunden: Für ein Wärmenetz geeignete Gebiete
- Dezentral versorgte Gebiete
Netzgebundene Versorgungsgebiete identifiziert
Insgesamt wurden in den Vorstudien fünf Gebiete identifiziert, die sich für die Versorgung mit einem Nahwärmenetz eignen:
- Quartier Rehna-Süd (mit kommunalen Einrichtungen und Wohngebäuden)
- Schulgelände in Rehna-Süd (Grundschule und Realschule)
- Rehna-Süd Einfamilienhäuser (Forstweg / Holmer Straße)
- Rehna Altstadt (Ein sehr hoher Wärmebedarf auf kleinem Gebiet)
- Quartier Birkenallee (Potential für die Nutzung von Abwärme aus dem Gewerbegebiet)
Für die Realisierung der ersten beiden Wärmenetze in Rehna Süd – dem Wohnquartier und dem Schulcampus – ist die Entwurfs- und Genehmigungsplanung bereits abgeschlossen.
Die Prüfung auf wirtschaftliche Eignung der weiteren drei Gebiete soll in einem nächsten Schritt angegangen werden.
Die ersten zwei Wärmenetze in Rehna-Süd
Die beiden Wärmenetze im Wohnquartier und dem Schulgelände befinden sich in der konkreten Umsetzungsplanung. Wie der Zeitplan und die geplante Heizzentrale aussehen, zeigen die beiden namensgleichen Unterseiten.
Dezentrale Versorgung
Unterstützung in dezentralen Versorgungsgebieten
In Teilen der Stadt ist ein Anschluss an ein Wärmenetz technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll. Doch auch hier wird niemand alleine gelassen: In Rehna gibt es bereits seit einigen Jahren ein ausgezeichnetes Beratungsangebot, von dem viele Bürgerinnen und Bürger bereits profitiert haben.
Die individuelle Beratung hilft herauszufinden, welche Alternativen – von Wärmepumpen über Biomasse bis hin zu hybriden Systemen – für das jeweilige Zuhause geeignet sind. Sie informiert über technische Möglichkeiten und unterstützt bei der Auswahl geeigneter Systeme. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Aufklärung über aktuelle Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen. Diese finanzielle Unterstützung kann Investitionen erheblich erleichtern und macht den Umstieg auf moderne Heizsysteme attraktiver.
Staatliche Förderung
Individuelle Beratung
Was bringt mir ein Umstieg auf erneuerbaren Energien?
Eine Beispielrechnung
Ein durchschnittlicher Haushalt in einem Einfamilienhaus benötigt 20.000 bis 30.000 kWh Wärmeenergie pro Jahr. Werden diese Energiemengen mit fossilen Brennstoffen erzeugt, entstehen entsprechende CO₂-Emissionen, die künftig mit erheblichen Kosten verbunden sein können.
Vergleich der CO₂-Kosten verschiedener Heizsysteme am Beispiel des Einfamilienhauses mit einem jährlichen Wärmebedarf von rund 30.000 kWh
Erdgasheizung
Jährliche Mehrkosten von rund
390 €
Ölheizung
Jährliche Mehrkosten von rund
546 €
Wärmepumpe
Keine
CO2-basierten Mehrkosten
Ein Einfamilienhaus mit einem jährlichen Wärmebedarf von rund 30.000 kWh verursacht bei einer Erdgasheizung etwa 6 Tonnen CO₂ pro Jahr (30.000 kWh × 200 g/kWh). Bei einem CO₂-Preis von 65 € pro Tonne im Jahr* 2026 entstehen dadurch jährliche Mehrkosten von rund 390 €.
Wird das Haus mit Heizöl beheizt, fallen aufgrund des höheren Emissionsfaktors von 280 g/kWh etwa 8,4 Tonnen CO₂ pro Jahr an. Bei gleicher Preisannahme entspricht dies jährlichen Mehrkosten von rund 546 €.
Bei einer Wärmepumpe hingegen entstehen keine CO₂-basierten Mehrkosten, da sie zum überwiegenden Teil Umweltenergie nutzt und keinen direkten CO₂-Ausstoß verursacht. Eine Wärmepumpe bezieht rund zwei Drittel der benötigten Wärmeenergie aus der Umgebung
(z. B. aus der Luft oder dem Erdreich). Für den jährlichen Wärmebedarf von 30.000 kWh werden daher lediglich etwa 10.000 kWh Strom benötigt. Wird dieser Strom aus erneuerbaren Quellen bezogen, beträgt der Emissionsfaktor 0, sodass keine CO₂-Abgaben anfallen.
*Rechtsgrundlage für diese Mehrkosten ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). In 2025 müssen pro Tonne ausgestoßenem CO₂ 55 € gezahlt werden, in 2026 werden dies voraussichtlich 65 € sein.
Weiterführende Informationen und Unterstützungsangebote gibt es hier:
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Hier erhalten Sie Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden, die dauerhaft Energiekosten einsparen und damit das Klima schützen.
Energieberatung in Rehna
Jeden 2. und 4. Dienstag von 13 bis 16 Uhr berät der Experte Dipl.-Ing. Stephan Möller rund um das Thema Energieversorgung.
Terminvereinbarung unter:
0381 – 208 70 50 (Ortstarif)
0800 – 809 802 400 (kostenfrei)
LEEA Förderberatung
Montags und mittwochs von 9 bis 11 Uhr berät Sie Stefanie Beitz,
Projektleiterin und technische Beraterin.
Telefonnr:
03981 – 44 90 106
Beteiligte
Wie wird das Projekt umgesetzt?
Die Projektumsetzung erfolgt unter der Führung der Stadt Rehna in Kooperation und Zusammenarbeit mit dem Wismarer Planungsbüro TRIGENIUS, der Wohnungsgesellschaft Radegasttal, des Lübecker Bauverein und der Ulrich-Gabler-Stiftung.
finanzierung
Zwei Fördertöpfe für verschiedene Projektphasen
Verschiedene staatliche Programme unterstützen Investitionen in eine moderne und effiziente Wärmeversorgung. Da sie für verschiedene Projektphasen vorgesehen sind, kommen bei der Wärmeplanung von Rehna zwei Förderprogramm zum Einsatz:
BAFA
BEW: Bundesförderung für effiziente Wärmenetze
Die BEW förderte die Umsetzung der technischen Planung. Diese Förderung unterstützt Wärmenetzbetreiber dabei, neue Netze mit hohem Anteil erneuerbarer Energien zu errichten und bestehende Netze zu dekarbonisieren. Gefördert werden sowohl Neubauten von erneuerbar gespeisten Nahwärmenetzen, als auch die Umrüstung bestehender Fernwärmenetze auf erneuerbare Energien und Abwärme.
Haftungsausschluss:
Finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU. Die geäußersten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des Autors / der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Kommision wieder. Weder die Europäische Union noch die Europäische Kommission können für sie verantwortlich gemacht werden.
KfW
Energetische Stadtsanierung - Förderung KfW 432
Mit dem Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ (Antragstellung bis Ende 2023 möglich, Laufzeit max. 5 Jahre) wird die Projektentwicklung gefördert. Dieses Förderprogramm unterstützt die KfW Kommunen dabei, ganze Stadt- und Ortsteile energetisch zu modernisieren. Ziel ist es, durch integrierte Konzepte den Energieverbrauch zu senken, CO₂-Emissionen zu reduzieren und lebenswerte Quartiere für die Zukunft zu schaffen.